Ausgabe Nr. 9 - Okt.-Dez. 1994
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TeBe zu Gast im Jahn-Sportpark
(von Harald Voß)
Freitag abend - ein anstrengender Tag lag hinter einem - genau der richtige Moment, es sich in den eigenen vier Wänden bequem zu machen und die Seele baumeln zu lassen. Doch halt! War da nicht noch was? Genau, Herthas Amateure spielten im Jahn-Sportpark gegen Tennis Borussia, die sich in eigenen Publikationen immer nur "T.Borussia" zu nennen pflegen. (Ob sich da jemand wegen seines Namens schämt?)
Schon von weitem war erkennbar, daß dies kein gewöhnliches Spiel werden würde. Alle Parkplätze waren hoffnungslos überfüllt, auch dort, wo eigentlich gar kein Parkplatz mehr war, parkten Autos dicht an dicht, und der Stadionsprecher hatte im Verlaufe des Spieles alle Hände voll zu tun, all die Kennzeichen der Falschparker durchzugeben. An den beiden einzigen Kassen bildeten sich lange Schlangen, derweil Pepe das wartende Publikum über Lautsprecher mit allerlei Informationen versorgte, so z.B. darüber, daß man gegen Vorlage der Eintrittskarte ein Freibier, eine kostenlose Autowäsche oder verbilligte Fahrstunden bei verschiedenen Sponsoren erhalten könne und auch, daß ein fliegender Kartenhändler noch 10,- Karten vorrätig habe. Anscheinend wollte die aber keiner haben - waren diese doch für den Gästeblock in der Kurve vorgesehen.
Etwa tausend Zuschauer waren an diesem Freitag abend gekommen, um das Spiel der Amateure gegen Tennis Borussia zu verfolgen.
Darunter waren auch einige lila-weiße TeBe-Fans, die mit Trommeln und Sprechchören für ein bißchen Stimmung sorgten. (Entgegen der Meinung einiger Anwesender handelte es sich dabei aber nicht um den Spruch "Te-Punkt Te-Punkt Borussia", sondern um "Heja Heja Borussia".) Nach dem letztjährigen Abstieg der Borussen aus der 2.Bundesliga und namhaften Neuzugängen wie den ehemaligen Herthanern Theo Gries oder Uli Bayerschmidt hatte eigentlich jeder mit dem sofortigen Wiederaufstieg gerechnet. Doch in den ersten Saisonspielen lief es bei der Star-Truppe vom Eichkamp noch nicht so wie geplant und deshalb war man gespannt, ob sich der hohe Titelfavorit Tennis Borussia einen weiteren Ausrutscher leisten würde.
Die Hertha-Amateure spielten in den blau-weiß gestreiften Traditionstrikots und so konnte eigentlich gar nichts mehr schiefgehen. (Schade, daß die Profis nicht mehr in "Gestreift" spielen.) Durch Tore von Kaiser und Gezen gingen die Amateure in Führung. Erst in der zweiten Halbzeit kam Tennis Borussia stärker auf und machte mächtig Druck. In dieser Phase hatten die Bubis Glück, als TeBe mehrfach Pfosten und Latte traf. Holzbecher und der eingewechselte Henschel stellten dann den 3:1 Endstand her, was die TeBe-Fans zu "Kremer raus"-Rufen provozierte.
Gut gelaunt wegen eines weiteren "Favoritensturzes" ging man nach Hause. Jetzt konnte das Wochenende beginnen!
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