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Mitgliederversammlung

(von Harald Voß)

Wie in jedem Jahr im November fand auch diesmal die turnusgemäße Hauptversammlung von Hertha BSC im Hotel Holiday Inn in Berlin-Siemensstadt statt.

Die Einladung versprach eigentlich nichts Spektakuläres - trotzdem war der Saal bis zum letzten Platz besetzt - so langsam wird dieser Saal für die steigende Mitgliedschaft von Hertha BSC zu klein. 308 der nun immerhin schon 2300 Mitglieder (davon allein 1870 in der Fußballabteilung) waren erschienen, um den Ausführungen von Präsidium und Aufsichtsrat zu folgen.

Nachdem glücklicherweise bei Hertha BSC der Aufschwung begonnen hatte und man nicht mehr abgeschlagenes Schlußlicht in der Bundesligatabelle war, herrschte eitel Sonnenschein in diversen Berichten. Präsident Zemaitat kam auch nicht umhin, sein Bedauern über vorangegangene "atmosphärische Störungen", insbesondere im Verhältnis zu Trainer Jürgen Röber, der im übrigen mit donnerndem Applaus begrüßt wurde, auszudrücken.

Der kaufmännische Leiter Dr.Norbert Müller konnte berichten, daß Hertha BSC die vergangene Saison mit einem Gewinn von 1,1 Mio. DM abschließen konnte, bei einem Umsatz von immerhin stolzen 25 Mio. DM. Im Vorjahr waren es noch 0,7 Mio. DM Verlust bei einem Umsatz von 13,6 Mio. DM. Die aktuellen Verbindlichkeiten belaufen sich auf 5,8 Mio. DM, darin enthalten sind 1,9 Mio. DM Nachforderungen der Berufsgenossenschaft für die Jahre 95 und 96, worüber noch ein Rechtsstreit zwischen dem DFB und der Berufsgenossenschaft läuft. Die Berufsgenossenschaft hatte die Beiträge massiv, teilweise rückwirkend, heraufgesetzt, als die Etatplanungen der Vereine bereits abgeschlossen waren.

Wolfgang Holst, wie immer erster Redner in der Aussprache, der in Zukunft zusammen mit Günter Herzog, Günter Quackatz, Lothar Pötschke und Heinz Striek den neugeschaffenen Ältestenrat bildet, forderte denn auch gleich weitere Millionen von der ufa, und kritisierte den mittlerweile zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählten Schwan wegen seiner seltenen Anwesenheit in Berlin. Der wiederum konterte mit der Bemerkung, daß nicht wichtig wäre, wie oft er in Berlin sei, sondern daß Hertha in der Bundesliga bleibe. Recht hat er!

In den anschließenden Neuwahlen zum Revisionsausschuß bzw. Vereinsgericht gab es auch keine Überraschungen - der einzige Gegenkandidat zu der vom Vereinsausschuß vorgeschlagenen Riege bekam lediglich acht Stimmen - kritische Äußerungen sind bei Hertha eben nicht erwünscht, was sich auch anschließend unter dem Punkt Verschiedenes zeigte, als dem Vize Hoeneß vom Versammlungsleiter verboten wurde, auf eine Frage zweier Mitglieder zu antworten, weil diese bereits unter einem anderen Tagesordnungspunkt behandelt worden war, dort aber auch nicht beantwortet werden durfte, weil sie nicht zum Tagesordnungspunkt paßte...

So erfuhren die Mitglieder nur am Rande, daß Hertha in der Rückrunde mit einem weißen Rahmen um die Rückennummer antreten wird, um die Lesbarkeit der Nummern zu verbessern, und daß der Ausrüstervertrag vorsieht, daß Hertha, im Gegensatz zu Bekundungen auf der vorigen Mitgliederversammlung, auch in der kommenden Saison in quergestreiften Trikots spielen muß. Erst danach bietet sich die Möglichkeit, zu traditionellen, längsgestreiften, Trikots zurückzukehren.







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