Michael Preetz: "Ich möchte es in der 1.Liga noch einmal wissen!"
(Interview von Marco Lutz)
Marco Lutz:
Michael, wie bist Du eigentlich zum Fußball gekommen?
Michael Preetz:
Ich habe wie viele andere in der Schule angefangen, Fußball zu spielen und bin dann mit 8 Jahren in einen kleinen Düsseldorfer Fußballverein eingetreten.
Hattest Du aufgrund Deiner Körpergröße nicht auch an anderen Sportarten Interesse?
Nein, denn ich war in der Kindheit nicht so groß. Mit 15-16 bekam ich dann Knochenprobleme und bin dadurch ziemlich gewachsen.
Wie wurdest Du entdeckt?
Entdeckt wurde ich eigentlich so direkt nicht. Ich habe zuerst in Kreis- und Stadtauswahlmannschaften gespielt, bin dann mit 14 Jahren zu Fortuna Düsseldorf gewechselt. Dort habe ich fünf Jahre bis zur A-Jugend gespielt. In dieser Zeit habe ich dann auch in diversen DFB-Auswahlmannschaften gespielt. Mit 18 Jahren bin ich dann zu den Fortuna-Profis gewechselt.
Du bist trotz Deiner Größe technisch gut. Talent oder Training?
Ich hatte in Düsseldorf einen Jugendtrainer, der mich in Sachen Technik hervorragend ausgebildet hat. Entscheidend ist gerade das Training in der Jugend bis 16. Wenn man bis dahin die grundsätzlichen Sachen nicht gelernt hat, wird es schwer. Wobei man sagen muß, eine Portion Talent gehört natürlich auch dazu. Bei mir kann es aber auch vererbt sein. Mein Großvater war 1933 Deutscher Meister mit Fortuna Düsseldorf.
Hattest Du je ein Vorbild?
Ein Vorbild hatte ich nie. Aber eine der größten Kanonen auf meiner Position ist Marco van Basten. Bei dem stimmt einfach alles.
Was waren bisher die größten Erfolge in Deiner Karriere?
Ich bin mit drei verschiedenen Mannschaften dreimal in die Bundesliga aufgestiegen. Auch die Einsätze in der U18 und U21 gehören zu den Höhepunkten meiner Karriere.
An welche Ereignisse erinnerst Du Dich ungern zurück?
Auf jeden Fall an den Abstieg mit Fortuna Düsseldorf in meiner ersten Profisaison (1986). Ein großer Fehler war es auch, in der Saison 95/96 nach Wattenscheid zu wechseln. Nicht nur der Abstieg in der Saison, auch sonst hat in Wattenscheid nichts gepaßt.
Thema Ausland. Gab es für Dich die Möglichkeit, ins Ausland zu wechseln?
Ja, mit 21 Jahren hatte Norwich City Interesse an mir. Sie haben mich zweimal beobachtet und gerade in den beiden Spielen habe ich schlecht gespielt. So war das Thema erledigt. Auch Nottingham Forrest fragte an. Doch Fortuna Düsseldorf hat mich nicht aus dem Vertrag gelassen.
Was waren die Gründe für Deinen Wechsel nach Berlin?
Die Situation für mich war klar. Mit Wattenscheid abgestiegen, so daß dort keine guten Voraussetzungen gegeben waren, dort zu bleiben. Ich hatte auch ein Angebot aus Salzburg. Doch die bessere sportliche Perspektive gab den Ausschlag für Hertha. Auch die Stadt war für mich interessant. Da Berlin sich gerade im Umbruch befindet, wird sie noch reizvoller.
Wie kommst Du mit dem Großstadtleben zurecht? Deine Eindrücke von Berlin?
Ich bin ein Freund von Großstädten. Düsseldorf ist ja auch nicht gerade klein, aber natürlich kein Vergleich zu Berlin. Bisher habe ich überragende Eindrücke von der Stadt. Das große Kulturangebot imponiert mir genauso wie die Tatsache, daß zu jeder Zeit alles machbar ist. Auch mit den Berlinern habe ich keine Probleme. Rheinländer und Berliner sind sich sehr ähnlich.
Wie sieht Deine Zukunft bei Hertha aus?
Ich habe einen 2-Jahres-Vertrag, der sowohl für die erste wie auch für die zweite Liga gilt. Persönlich will ich es in der ersten Liga nochmal wissen. In der zweiten Liga habe ich bewiesen, daß ich es kann. In fast 250 Spielen habe ich 90 Tore geschossen. Jetzt möchte ich mich auch in der ersten Liga durchsetzen. Bisher habe ich immer bei Bundesligamannschaften gespielt, wo es ums Überleben ging. Das soll sich jetzt ändern.
Du hast fast in allen Erst- und Zweitligastadien gespielt. Welches Stadion gefällt Dir am besten?
In den reinen Fußballstadien wie Dortmund, Gladbach oder Bochum macht es schon Spaß zu spielen, wenn das Stadion voll ist. Auch Waldhof Mannheim hat ein tolles Stadion.
Und wie gefällt Dir unser altehrwürdiges Olympiastadion?
Das Stadion hat eine gute Akustik. Ich glaube, bei 40 - 50.000 Zuschauern ist die Stimmung überragend. Gegen Kaiserslautern möchte ich dieses gerne mal erleben.
Wie lange möchtest Du noch aktiv spielen ? Was kommt bei Dir danach?
Ich habe mir keine Zeit gesetzt. Ein paar Jahre will ich schon noch spielen. Nach 15 Jahren Profifußball wäre es schon interessant, in irgendeiner Funktion dabeizubleiben. Ich habe den A-Schein, der mich berechtigt, Vereine bis zur Regionalliga zu trainieren. Mal sehen, was noch kommt. Es soll schon ein vernünftiger Job sein.
Michael, wer steigt auf und wer wird Deutscher Meister?
Hertha, Kaiserslautern und Wolfsburg steigen auf. Deutscher Meister wird Bayern München
Danke, Michael, fürs Interview. Wir wünschen Dir und uns, daß Du noch ein viertes Mal aufsteigst und dann zeigen kannst, daß Du nicht nur ein erstklassiger Zweitligastürmer bist, sondern unsere Hertha mit Deinen Toren auch in der 1.Liga vor dem Abstieg bewahrst.
In der nächsten Ausgabe des Hertha-Freund steht uns der Ex-Bremer Gunnar Sauer Rede und Antwort.
STECKBRIEF
| Michael Preetz | (Nr. 11)
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| Geburtsdatum: | 17. August 1967
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| Geburtsort: | Düsseldorf
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| Größe: | 189 cm
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| Familienstand: | verheiratet
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| bisherige Vereine: | Düsseldorfer SC 1899, Fortuna Düsseldorf, 1.FC Saarbrücken, MSV Duisburg, Wattenscheid 09
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| Einsätze 1.Liga: | 61 (7 Tore)
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| Einsätze 2.Liga: | 249 (84 Tore)
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| Einsätze Hertha: | 24 (6 Tore)
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(Stand: 13.4.97)
| Bei Hertha seit: | Juli 1996
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